Malersteig (II bis III)

Leichte und landschaftlich schöne Klettertour auf die Preinerwand (1.783 m). In einer raffinierten Linienführung überwindet der Malersteig das mit großen Überhängen ins Kar abbrechende Plattendach. Die Absicherung der Tour mit Bohrhaken ist zwar sehr spärlich, die Schwierigkeiten bleiben aber meist um II, nur wenige Stellen sind schwerer (III-). Die Routenbezeichnung leitet sich von der Profession der Erstbegeher Gustav Jahn und Otto Barth ab (von letzterem stammt das bekannte Gemälde „Morgengebet der Kalser Bergführer am Großglockner“).

Wiener Neustädter Steig (III bis IV)

Besonders schöner, klassischer Anstieg in einer grandiosen Landschaft. Die Route durch die Hintere Loswand ist zwar an den Standplätzen mit Bohrhaken saniert, die übrige Absicherung ist jedoch sehr alpin. Schöne Kletterstellen wechseln mit Gehgelände und brüchigen Raxschrofen, was den Klettergenuss jedoch wenig schmälert. Plaisierkletterer werden mit diesem alpinen Anstieg jedoch wenig Freude haben.

Vom Großen Höllental geht es taleinwärts bis zur Abzweigung des „Teufelsbadstubensteiges“, wo man auf den Steigspuren nach links unter den Wänden entlang auf einen Grashang gelangt . Von hier geht es über einen Sattel die Schrofen empor. Über Verschneidungen und Kamine geht es hinauf, bevor nach kurzem Gehgelände wieder Kamin- und Risskletterei folgen. Dann immer am Grat entlang bis zum Ausstieg, wo man am besten über den „Teufelsbadstubensteig“ wieder absteigt.

Gratkamine (IV+)

Wunderschöne und sehr luftige Kaminkletterei an der Loswand im Großen Höllental. Die Route führt in der markanten Kaminreihe links vom Aka-demikersteig aufwärts, bis man schließlich nach 6 spannenden Seillängen auf diesen trifft. Der Zustieg erfolgt über die Schönbrunnerstiege ins Große Höllental und am Wandfuß der Blechmauer bis zur Abzweigung zum Akademiker Steig. Von dort über Steigspuren zum Einstieg. Dort geht es sogleich über einen langen Kamin bis zu einem Quergang. Ab der dritten Seillänge dann ausschließlich Kaminkletterei vom Feinsten. Über den Akademikersteig kann nun in leichter Kletterei (I bis II) bis zu dessen Ende aufgestiegen werden, bevor man über den „Wachthüttelkamm“ zurück ins Höllental gelangt.

Direkte Preinerwandplatte (V-)

Sehr schöne und beliebte Tour, die neu mit Bohrhaken saniert ist. Über den Holzknechtsteig bis unter die markante Wand. Zuerst leicht über den unschwierigen Westgrat bis über den „Plattenrand“. Dann in schöner Plattenkletterei hinauf auf das Plateau. Die Schlüsselstelle ist ein Überhang in der vorletzten Seillänge.

Bergsteigerwandkamine (VI-)

Lohnender und landschaftlich großartiger Anstieg durch die Loswand im Großen Höllental. Die 1925 erstbegangene Route wurde 2003 saniert und führt nun gut abgesichert durch guten und festen Fels. Die letzten drei Seillängen sind allerdings extrem brüchig, an solchen Stellen sind aber viele Bohrhaken angebracht. In schöner Kamin- und Risskletterei geht es in neun Seillängen aufwärts, nur an zwei Stellen ist der VI. Schwierigkeitsgrad erforderlich, sonst meist leichter (IV bis V). Der Abstieg erfolgt durch Abseilen über die Route.

Blechmauernverschneidung (VI)

In schöner Verschneidungskletterei führt dieser klassische Anstieg im oberen Schwierigkeitsgrad (VI) durch die Blechmauer. Die Stände sind mit Bohrhaken gut abgesichert, dazwischen sind Sicherungen aber eher rar. Eine zusätzliche Absicherung durch Klemmkeile ist erforderlich.