Grauerlenwald im Valsertal

Naturschutzgebiet „Natura 2000“

Bereits 1942 wurden weite Teile des Valsertales unter Naturschutz gestellt, was zur Folge hatte, dass in diesem Tal die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Naturliebhaber, besonders Blumen- und Alpentierfreunde kommen in diesem wohl unberührtesten Seitental des Wipptals voll auf ihr Kosten. 2001 wurde das Tal in das Programm „Natura 2000“ aufgenommen.

Das Naturschutzgebiet Valsertal umfasst alle Vegetationsbereiche von der montanen bis zur nivalen Höhenstufe. Die Südhänge sind trocken und weitgehend waldfrei und wurden seit Jahrhunderten als Bergmähder genutzt. Die Nordhänge sind bis etwa 1.900 m bewaldet, Zirbenvorkommen reichen noch weiter hinauf. Der Talboden wird landwirtschaftlich genutzt.

Besonders beliebt bei Ruhesuchenden ist der idyllische Grauerlenwald mit seinen weit verzweigten, seichten Wasserläufen und romantischen Plätzchen – ein idealer Nährboden für einen unglaublichen Artenreichtum bei Tieren und Pflanzen (ca. 420 Arten nachgewiesen). Um dieses Gebiet unseren Gästen in seiner Einzigartigkeit und Schönheit zeigen zu können, und trotzdem das ökologische Gleichgewicht nicht zu stören, finden zu bestimmten Zeiten und unter Rücksichtnahme auf die Fauna und Flora naturkundlich geführte Wanderungen, Fledermausfangnächte oder Schneeschuhwanderungen statt.

Brennerbahn - Kehrtunnel St. Jodok

Unter großen Schwierigkeiten wurde in den Jahren 1864 bis 1867 unter Ing. Karl von Etzel die Brennereisenbahn gebaut. Auf der 125 km langen Bahnstrecke durch das Wipp- und Eisacktal mussten 13 Brücken, 22 Tunnelbauten sowie viele Schutzgalerien gegen Steinschlag und Murbrüche errichtet werden. Zum ersten Mal wurden bei einem Eisenbahnbau gekrümmte Tunnel, so genannte Kehrtunnel gebaut – der imposanteste befindet sich bei St. Jodok, wo die Bahn durch die Umfahrung des Ortes an Höhe gewinnt.

Eisenbahnfreunden und Zugfotografen ist St. Jodok längst ein Begriff, denn hier findet man die schönsten Fotomotive der Brennerstrecke, einer Bahnstrecke, die an landschaftlichen Schönheiten und Eigenarten sehr viel zu bieten hat.

Alpenkräutergarten und Stockmühle

Im Schmirntal, zwischen dem Gasthof Olpererblick und dem Gattererhof, einem Bauernhof mit Direktvermarktungsladen, befindet sich ein liebevoll angelegter Alpenkräutergarten. Gemütliche Sitzbänke laden zum Verweilen und Betrachten ein, von der „Oberen Schnattermühle“ – der einzigen noch erhaltenen Stockmühle Nordtirols, die man gegen Anmeldung besichtigen kann, führt ein Holzsteg zum ca. 1.000 m² großen, durch Bachsteine unterteilten Kräutergarten, der auf einem leicht ansteigenden, nordwestlich ausgerichteten, sonnigen Hang liegt. Über 100 verschiedene Kräuter – großteils mittels Holztäfelchen gekennzeichnet – bieten ein einzigartiges Erlebnis für den Geruchssinn. Besonderes Augenmerk wurde bei der Anlage auf regionstypische Alpenkräuter gelegt, aber auch Alpenblumen, Duftkräuter, Heilkräuter und Gewürze kann man bewundern und beschnuppern.

Detail am Rande: die Gewürzkräuter finden in der Küche des Olpererblicks Verwendung. Im Hofladen des Gattererbauern kann man Spezialitäten wie Kräutertees, Kräutersalz, getrocknete Gewürzkräuter, usw. käuflich erwerben.

Mehr Informationen bei:

Bergwallfahrt zur „Kalten Herberge“, Schmirntal

Etwa eine halbe Stunde von Schmirn entfernt liegt oberhalb des Weilers Wildlahner, versteckt in einer Waldlichtung, das Wallfahrtskirchlein „Mariahilf in der Kalten Herberge“.

Die Entstehungslegende berichtet, ein Hirte habe an einem stürmischen Hebsttag unter einer großen Fichte eine wunderschöne Frau mit einem Kindlein sitzen gesehen. Voller Erbarmen rief ihr der Hirte zu: „Hast du da eine kalte Herberge!“ Da verschwand die Frau mit dem Kind. Nach einiger Zeit glaubte man, in ihr die Muttergottes erkannt zu haben, und so hing man ihr zu Ehren eine Kopie des hochverehrten Maria-Hilf-Bildes von Lucas Cranach aus der Innsbrucker St.-Jakobs-Kirche an einen Baum. Einige Meter entfernt sprudelte unter den Baumwurzeln eine Quelle hervor. Als der Baum im Jahre 1972 umstürzte, schnitzte man daraus einen Bildstock zu Ehren der Gottesmutter.

Schon 1730 hatte man für das Cranach-Bild eine Holzkapelle erbaut, sie wurde bald darauf durch ein gemauertes Kirchlein ersetzt. Mehrmals wurde das Kirchlein erweitert und überstand auch unbehelligt die glaubensfeindlichen Zeiten unter Josef II (1782- 1790) sowie die nationalsozialistische Herrschaft des 2. Weltkrieges.

Jedes Jahr am 26. Juli (Annatag) sowie jeden 13. des Monats von Mai bis Oktober werden Bittgänge unter großer Beteiligung der Bevölkerung zur Kalten Herberge unternommen.

Wanderwege zum Kirchlein:

Genussregion Schmirn-Vals

Der Nordtiroler Grauvieh-Almochs lädt zum Almfest

Aktuell gibt es 12 verschiedene Genussregionen in Tirol, in denen besondere landwirtschaftliche Produkte und Spezialitäten ausgezeichnet wurden. Auch das Schmirntal und Valsertal wurden als Genussregionen ausgezeichnet.

Die regionsspezifische Spezialität ist der Nordtiroler Grauvieh-Almochs, es gibt hier eine lange Tradition in der Haltung dieser Art. Mit den saftigen Wiesen und Weiden im Tal und den ausgedehnten Almen bieten sich ideale Bedingungen für gesunde und vitale Almochsen. Das Tiroler Grauvieh ist eine der ältesten Rassen des Alpenraumes und zählt zu den seltenen Rinderrassen Österreichs. Die Tiere sind robust, widerstandsfähig und eignen sich somit optimal für die Bewirtschaftung der Tiroler Almen. Sie bringen zwar geringere Milch- und Fleischleistungen, überzeugen jedoch durch herausragende Qualität.

Diverse Spezialitäten des Nordtiroler Grauvieh Almochsen stehen in den Mitgliedsbetrieben (z.B. Alpengasthaus Kasern und Gasthaus Olpererblick in Schmirn) auf den Speisekarten. Jedes Jahr werden zum Thema Genussregion Almfeste organisiert. Die Feste beginnen mit einer Bergmesse um 11.00 Uhr, anschließend gibt es bei Musik und guter Stimmung zahlreiche regionale Köstlichkeiten, unter anderem auch Grauvieh-Spezialitäten. www.genuss-region.at

„Auf der Roas mit der Goas“

Almleben im Valsertal

Wie lebt es sich auf einer Alm? Welche Arbeiten fallen an und wieviele Stunden wird gearbeitet? Was tun Ziegen auf einer Alm? Weshalb wird hoch oben auf steilen Hängen Heu gemacht?

Helga Hager, Sennerin, Almführerin, Natur- und Landschaftsführerin beantwortet nicht nur diese Fragen. Die diplomierte Sommelière bewirtschaftet in den Sommermonaten ihre Alm, eine der sechs Almhütten der Nockeralm im hinteren Valsertal. Die “Roas (=Reise) mit der Goass” ist längst zu einem Markenzeichen des Valsertales geworden. Und Helgas Ziegenherde, die zum Großteil aus den seltenen Tauernschecken-Ziegen besteht, ist vor allem für Kinder von größtem Interesse. Denn die Geissen sind genauso neugierig wie Kinder.
www.helgasalm.at

Schule der Alm

2016 haben sich drei engagierte Personen – Christina Hager, Margit Gstrein und Werner Kräuter – zusammen getan und den Verein “Schule der Alm – Verein zur Erhaltung von Almen und Bergmähdern” gegründet. Dabei geht es um Bewusstseinschaffung über die harte Arbeit auf der Alm und den Bergmähdern und gleichzeitig den großen, gesellschaftlichen Wert , den die Erhaltung der alten Kulturlandschaft hat. Interessierte können verschiedene Tätigkeiten vom Sensenmähen und Heuen, bis hin zum Zäune machen, Kräuter sammeln und Ziegenkunde – denn das ganze findet auf “Helga’s Alm” im Valsertal statt – ausprobieren.
www.wipptal.at/de/schule-der-alm

„Bergmähder und Heuziehen“

gelebte Bergbauerntradition

Seit geraumer Zeit mäht Erich Gatt mit einigen Freunden in einem freiwilligen Projekt die Bergwiesen im Valsertal. Gefördert wird dies durch das Land Tirol, das den Erhalt des Natur- und Kulturraums unterstützt.

Große Strapazen nehmen diese freiwilligen Helfer bereits im Sommer auf sich, wenn die teilweise über 1.800 Meter hoch gelegenen Bergwiesen per Hand gemäht werden müssen. Allein der ein- bis zweistündige Aufstieg verlangt einiges ab. Oben angelangt werden dann ca. 3 ha Fläche mit der Sense gemäht. Der Ertrag ist zwar aufgrund der Höhenlage sehr gering, ohne das Abmähen würde jedoch die Landschaft zunehmend verbuschen und verwildern. Außerdem würde im Winter die Lawinengefahr ansteigen, da der Schnee auf nicht gemähten Wiesen leichter abrutscht.

Erst im Winter wird das Heu dann mit einem Holzsschlitten ins Tal gebracht. Eine Fuhre wiegt ca. 140 kg, der Abtransport über das steile Gelände ist also nicht ganz ungefährlich und erfordert einiges an Geschick. Hinter der Idee steht ein starkes Bedürfnis, die Naturlandschaft des Valsertales zu erhalten. Sie wollen wertvollen ökologischen Lebensraum für Pflanzen und Tiere sichern. Das hochwertige Bergheu wird an die Bauern des Valsertales verteilt – mit köstlicher, traditioneller Bauernkost bedankt man sich traditionsgemäß bei den „Heuziehern“.

Zum Blog von Werner Kräutler …

Kirchen, Kapellen und Wegkreuze

St. Jodok und Vals bilden eine Pfarrgmeinde. Die gotische Pfarrkirche zum Hl. Jodok (Pilgerpatron) wurde 1425 erbaut, 1784 erfolgten Umbau und Barockisierung. Die Pfarrkirche zum Hl. Josef in Schmirn erhielt 1757 ihr heutiges Erscheinunsbild – sie wurde vom Wipptaler Priester und Kirchenbaumeister Franz de Paula Penz errichtet. Der prachtvolle Bau überrascht inmitten einer bergbäuerlich geprägten Landschaft.

Allein im Valsertal gibt es 15 Hauskapellen, einzigartig im gesamten Ostalpenbereich, auf einer kurzen Talstrecke von nur 7 km. Diese Hauskapellen befinden sich alle in Privatbesitz, werden liebevoll gepflegt und sind somit ein Wahrzeichen des Tales. Besonders erwähnenswert ist die barocke Kelderkapelle in Innvervals, die vor dem Massiv des Olperers mit seinem Gletscherrücken zahlreiche Kalenderblätter ziert.

Eine weitere, sehr interessante Kapelle ist jene „zum blinden Herrgott“ am Padauner Sattel, deren Kreuz von einem blinden Gläubigen geschnitzt wurde. Der gekreuzigte Heiland hält seine Augen geschlossen. Zahlreiche Wanderer pilgern dorthin und beten für gutes Augenlicht.

Viele schöne Wegkreuze, teilweise kunstvoll geschnitzt, säumen Wege und Straßen entlang des Schmirn- und Valsertales und werden von den Einheimischen gerne mit Blumen geschmückt. Am 15. Juni pilgern die Valser von der St. Jodoker Kirche ab 6 Uhr früh 7 km durch das Tal bis zu den letzten Kasern (Almhütten) am Fuße des sakral anmutenden Berges Hohe Kirche.