Das Matscher Tal ist ein Eldorado für Wanderer und Bergsteiger. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei: von gemütlichen Waalwanderungen bis zu Gipfelbesteigungen in jedem Schwierigkeitsgrad und rassigen Gletschertouren.

Die nachfolgenden Angaben zu Zeit- und Höhenunterschied beziehen sich immer auf die eigentliche Tour, nicht auf die Varianten und sind als Richtwert zu verstehen. Für die anspruchsvollen Touren ist immer die Verwendung von Kartenmaterial empfohlen.

Spitzige Lun (2.324 m)

Die Spitzige Lun (2.324 m) gilt bei Einheimischen wie Gästen als Ganzjahreswanderung, die bei fast jedem Wetter und problemlos auch mit Kindern begangen werden kann. Der Gipfel verspricht eine einmalige Aussicht über den Obervinschgau.

Wir wandern im Dorf Matsch in Richtung Westen auf dem Weg Nr. 13 bei mäßiger Steigung durch den Wald. Nach circa einer Dreiviertelstunde den Almweg nach links verlassen und der Wegmarkierung Nr. 13 bis zum Gipfelkreuz der Spitzigen Lun folgen. Für die Variante über das Niederjoch (2.474 m) und Hochjoch (2.593 m) 200 Meter vor dem Gipfel abbiegen und dem ausladenden Kamm taleinwärts auf dem Steig Nr. 15 folgen. Über Gonda steigen wir ins Dorf ab.

Höhenunterschied: 735 m
Zeit: 3,5 h

Portlesspitze (3.074 m)

Ausgangspunkt für diese aussichtsreiche Tour sind die Thaneihöfe oder die Glieshöfe. Wir wandern auf dem Weg Nr. 8 über Eisa. Dann halten wir uns immer nordwestlich auf dem Weg. Markierungen und kleine Steinmänner wechseln sich ab.

Der Aufstieg ist technisch nicht schwierig. Besonders lohnend ist ein kurzer Abstieg über den steilen Geröllhang nach Norden zum Portlessee.

Höhenunterschied: 1.250 m
Zeit: 3,5 h

Pleresspitze (3.188 m)

Die Wanderung beginnt auf einem breiten Waldweg hinter der Matscher Alm und führt bis zur Baumgrenze zu den Muttböden. Am Wegweiser folgen wir für einige Meter der Beschilderung Nr. 7, dann führt uns der Steig Nr. 7A am kleinen Pleressee (2.465 m) vorbei bergauf zum Pleresboden. Das letzte Stück steigen wir über Steine und Geröll auf eine Hochfläche. Von dort über einen Rücken zu einer kleinen Scharte. Rechts über Felsen gelangen wir zum Gipfel und dem neu errichteten Eisenkreuz. Aussicht auf die umliegenden Dreitausender wie Valvelspitze, Rabenkopf und Weißkugel.

Höhenunterschied: 1.360 m
Zeit: 4 h

Litzerspitze (3.206 m) über Run – Remsspitze (3.212 m) – Upital

Startpunkt dieser Tour sind die oberen Runhöfe auf der orografisch linken Talseite. Von dort folgen wir dem Forstweg ins Remstal bis zu den Remsböden und dem markierten Weg zum Litzner Schartl (3.142 m). Hier kann sowohl die Litzner Spitze rechts als auch links die Remsspitze bestiegen werden. Trittsicherheit ist ab hier vorausgesetzt. Abstieg von der Remsspitze über den gut markierten Steig zur Upialm und weiter zum Glieshof.

Höhenunterschied: 1.500 m
Zeit: 4,5 h zur Remsspitze (durchs Upital zurück zum Glieshof: plus 2,5 h)

Oberetteshütte – Höllerscharte (3.280 m)

Die Höllerscharte war der frühere Weg zur Weißkugel und wurde nach Franz Höller benannt. Höller war ein Kaufmann aus Karlsbad, der sich beim Bau der Hütte verdient gemacht hatte. Als Dank hieß die Hütte circa 20 Jahre lang Höllerhütte.

Von der Hütte steigen wir den Weg Nr. 5 hinauf in den Kessel unterhalb der Oberettesscharte. Hier biegen wir nach links ab und gelangen über eine kleine versicherte Steilstufe zur Höllerscharte, wo sich eine grandiose Aussicht auf die Weißkugel eröffnet.

Alternativ kann die äußere Quellspitze (3.385 m) als Gipfel mitgenommen werden (von der Scharte aus rechts halten) oder wir folgen dem markierten Kamm talauswärts zum Spaiktsee und von dort dem Steig Nr. 5b zurück zur Hütte.

Höhenunterschied: 600 m
Zeit: 4,5 h für den gesamten Rundweg

Der Klassiker: Zu den Saldurseen

Der Klassiker der Höhenwanderungen des Matscher Tals ist die Seenrunde oder „iber die Lockn“, wie es unter den Matschern heißt. Der ehemalige Hüttenwirt Roman Burgo schreibt über diese Wanderung: „Fünf Hochgebirgsseen von seltener Schönheit schmücken eine grandiose Bergkulisse: In ihrem kristallklaren Wasser spiegeln sich die weißleuchtenden, steilen Gletscher von Lazaun und Saldur, der blaue Himmel über Matsch und die rötlichen, uralten Gletscher der südlichen Ötztaler. Das Plateau hat fast tibetisches Flair …“

Die Wanderung nimmt ihren Ausgang am Glieshof und verlangt einiges an Ausdauer. Die Tour kann über die Oberetteshütte (für Familien z.B. mit Übernachtung) zu den Saldurseen und dem Glieshof oder auch umgekehrt begangen werden. Von der Hütte steigen wir steil bis auf 3.000 Meter hinauf und dann über die Plateaustufen zu den einzelnen Seen, die alle in anderen Farben leuchten. Nach dem letzten See führt der Weg wieder steil hinunter bis zur Inneren Matscher Alm. Die Wanderung erfordert Trittsicherheit und gutes Wetter. Die beste Zeit ist Juli bis Oktober. Wer will, kann die Wanderung auch noch mit einem Gipfelerlebnis auf den einsamen Spitzat oder die *Südliche Schwemmserspitz*e verlängern.

Höhenunterschied: 1200 m
Zeit: 6,5 h für die gesamte Runde