Das Bergsteigerdorf Reichenau an der Rax ist Ausgangsort für einen Vielzahl an Bergtouren auf die Rax oder den Schneeberg. Bei der Fülle an Tourenmöglichkeiten und Wegen fällt die Auswahl mitunter schwer, weshalb hier einige der schönsten Touren vorgestellt werden sollen. Eine besonders schöne Tour stellt die Nord-Süd-Überschreitung des Raxplateaus dar.

So wie bei dieser besonders ausgedehnten Tour, kann man auch viele weitere Bergtouren mit einer Übernachtung auf den zahlreichen Schutzhütten gemütlich angehen.

Bergtour durch die Weichtalklamm auf den Schneeberg

Langer (1.500 HM), aber landschaftlich besonders schöner und beliebter Anstieg durch die Klamm, der vor allem an heißen Sommertagen ideal ist.
Vom Weichtalhaus führt der Steig durch die enge Klamm. Einige mit Seilen und Leitern versicherte Kletterstellen sind zu überwinden, bis man schließlich auf dem Ferdinand-Mayer-Weg zur Kienthalerhütte gelangt. Von dort geht es noch einmal etwa 700 Höhenmeter stetig bergauf zum Klosterwappen (2.076 m). Mit einer Übernachtung auf der Fischerhütte kann dieser Anstieg auch bequem als Zweitagestour angelegt werden.

Über den Törlweg zum Otto-Haus (1.650 m)

Vom Hotel Knappenhof führt der Weg zuerst durch den Hochwald, bevor man nach einer knappen Stunde den Törlweg erreicht. Dieser außergewöhnlich schöne Steig führt hinauf zum Otto-Haus und kann kurz vor dem Schutzhaus mit einer besonderen Kuriosität aufwarten, die auch namensgebend für den Weg war: Wenige Minuten von der Hütte entfernt befindet sich ein künstlich in den Fels gehauener Durchstieg. Vom Tal benötigt man für die knapp 900 HM etwa 2,5 Stunden.

Nord-Süd-Überschreitung des Raxplateaus

Die Wanderung durch den Großen Kesselgraben zur Gloggnitzer Hütte kann auch hervorragend als anspruchsvolle Nord-Süd-Überschreitung des Raxplateaus mit dem Törlweg kombiniert werden: in einer guten Stunde gelangt man vom Gipfel des Klobentörls zum Otto-Haus, bevor man über den Törlweg zum Knappenhof und Edlach absteigt. Insgesamt eine besonders schöne Tour, die Kondition und Ausdauer erfordert, eine Gehzeit von 7 bis 8 Stunden sollte schon eingeplant werden (Länge: 14,5 km, 1.644 HM). Wer nicht mit einem zweiten Fahrzeug bzw. dem Taxi zurück zum Ausgangspunkt fahren will, dem empfiehlt sich morgens die Fahrt mit dem Bus nach Hinternaßwald. Wieder im Tal angekommen geht es entweder mit dem Bus oder über einen Wanderweg oberhalb von Edlach zu Fuß zurück nach Reichenau (ca. 2,5 km).

Über den Schlangenweg zum Karl-Ludwig-Haus

Ein schöner Anstieg führt über den Schlangenweg auf das Raxplateau. Vom Preiner Gscheid aus geht es über die ehemalige Schipiste oder die Forststraße geradewegs in nördlicher Richtung stetig ansteigend durch den Wald aufwärts. Man quert mehrmals diese Straße, die zum Waxriegelhaus führt. Nach etwa 200 Höhenmetern lichtet sich der Wald und man erreicht die Siebenbrunnenwiese in den Karlgraben auf. Hier quert man die Forststraße ein letztes Mal, der Weg wendet nach links und nach etwa 100 Metern zweigt man nach Norden in den Siebenbrunnenkessel ab. Hier beginnt der Schlangenweg, der sich in mehreren Kehren bis zum Karl-Ludwig-Haus hinauf windet (740 HM, 2 Stunden).

Bergtour durch die Raxenmäuern auf die Heukuppe

Ebenfalls vom Preiner Gscheid aus führt dieser Aufstieg über den Reißtalersteig vorbei an der Hetzelquelle zur Reißtalerhütte (1.445 m). Weiter von der Hütte in nordwestlicher Richtung und bei der nächsten Wegkreuzung steil in nördlicher Richtung auf die Raxenmäuern zu. Nach ca. 100 HM leitet der Weg nach Nordwesten zum Durchstieg der Raxenmäuern, der über einen steilen Steig hinauf zum Rücken der Heukuppe führt. Über den südostwärts verlaufenden Rücken gelangt man schließlich unschwierig zum Gipfel (940 HM, 2,5 Stunden).

Bergtour durch die Eng auf den Krummbachstein (1.568 m)

Schöne, aber sehr lange Bergwanderung durch die Eng hinauf zum Naturfreundehaus Knofeleben und auf den Krummbachstein.
Von der Kuranstalt Thalhof zuerst über einen Forstweg, dann auf dem Wanderweg Nr. 834 geht es hinauf durch die „Eng“. Vorbei an markanten Felsformationen und durch einen schönen Mischwald geht es über den Promischkagraben weiter hinauf zum Naturfreundehaus Knofeleben (1.250 m), da man nach etwa 2 Stunden erreicht. Von hier gelangt man über einen unschwierigen Steig in einer knappen Stunde hinauf zum Krummbachstein (1.568 m). Der Abstieg führt nach Osten hinunter zum Alpleck (1.270 m) und weiter über Forstwege zur Bodenweise. Über die Weiden der Bodenwiese wandert man schließlich zur Waldburganger Hütte und von hier über den Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt (1.400 HM, 7 Stunden). Der Abstieg kann auch verkürzt werden, indem man vom Alpleck über den Lackabodengraben wieder zurück durch die Eng zum Ausgangspunkt wandert.