Klettersteige auf das Raxplateau

Teufelsbadstubensteig (B)

Der Teufelsbadstubensteig ist einer der beliebtesten Steige im Raxgebiet und wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Er folgt in seiner Linienführung einem ehemaligen Jagdsteig, den Erzherzog Johann einst im Jahr 1802 anlegen ließ.

Vom Weichtalhaus über die Schönbrunnerstiege ins Große Höllental und von dort auf einer Forststraße bis kurz vor ein Bachbett, an dem ein Schild den rot markierten Weg links hinauf zum Einstieg weist. Von dort geht es anfangs über ausgesetzte schmale Rampen, Grate und Leitern hinauf. Nach der ersten Hälfte sind die Schwierigkeiten überwunden und man gelangt über Schotterfelder und Gehgelände zum Wachthüttelkamm. Von dort entweder wieder zurück zum Weichtalhaus oder in Richtung Otto-Haus und weiter zur Dirnbacher Hütte, von wo man über den Gaislochsteig wieder hinunter ins Höllental gelangt.

Bärenlochsteig (B)

Besonders schöner und aussichtsreicher Klettersteig, der nicht allzu schwierig und auch gut versichert ist. Von Hinternaßwald geht es zuerst auf einer Forststraße durch das Reißbachtal hinein bis zur Talstation der Material-seilbahn. Hier geht es kurz durch den Wald, bevor man wiederum über eine Forststraße durch den Rehboden wandert. Bei der Wegkreuzung folgt man dem Steig in Richtung Bärenloch und Wildfährte. Durch den Wald und über Schutt gelangt man zum Einstieg des Klettersteiges, zuerst der roten, später der grünen Markierung folgend.

Nach dem Ende der Versicherungen gelangt man durch das Bärenloch, einem Felsentor in den Bärengraben und über diesen auf die Hochfläche. Von dort kann man entweder in einer ¾ Stunde zum Habsburghaus oder geradeaus weiter zum Karl-Ludwig-Haus wandern.

Gaisloch-Steig (B) und Gustav-Jahn-Steig (B)

Eine großartige Tour ist die Kombination dieser beiden Klettersteige, mit dem Abstieg über den Alpenvereins-Steig hat man die beliebtesten Steige im Großen Höllental geschafft. Diese Variante sei aber nur besonders konditionsstarken Gehern empfohlen. Der Gaislochsteig ist mit einem durchgehenden Drahtseil hervorragend, der Gustav-Jahn-Steig weniger gut bzw. nicht durchgängig versichert. Vorsicht ist bei beiden Steigen ge-boten, da der Fels oft nass ist. Klettersteigausrüstung ist also unbedingt erforderlich.

Der Aufstieg zum Gaisloch-Steig führt vom Weichtalhaus über die Schön-brunnerstiege ins Große Höllental, wo man auf einer Forststraße auf dem gelb markierten Weg bis zum Talschluss wandert. Dort geht es vom Ein-stieg über eine plattige Rampe zur markanten Höhle, die man bis an ihr rechtes Ende durchquert. Über eine senkrechte Leiter und eine nachfol-gende Rechtsquerung gelangt man zu einer mit Trittstiften versicherten Wand. Danach geht es unschwierig zum Ausstieg und weiter Richtung Dirnbacher-Hütte. Nach kurzer Zeit zweigt man zum sehr ausgesetzten Gustav-Jahn-Steig ab, eine Hinweistafel weist den Weg über Geröll zu den ersten Versicherungen. Über eine lange Querung, die durch Geröllfelder unterbrochen ist, führt der Steig durchwegs im Schwierigkeitsgrad B bis zur Elsa-Rast, wo er in Wandmitte auf den Alpenvereins-Steig trifft. Nun kann man weiter über den deutlich leichteren AV-Steig zur Höllentalaussicht (1.620 m) und zum Otto-Schutzhaus aufsteigen, oder ebenfalls über den AV-Steig wieder hinunter ins Höllental.

Vom Otto-Schutzhaus bzw. vom Praterstern ist der Abstieg über den Wachthüttelkamm (einige Stellen A) zum Weichtalhaus besonders zu empfehlen.

Alpenvereinssteig (B)

Dieser klassische Anstieg vom Großen Höllental über die Höllentalaussicht zum Otto-Haus wurde bereits 1910 errichtet. In Steigmitte trifft der Alpen-vereins-Steig auf den Gustav-Jahn-Steig, der wiederum zum Gaislochsteig führt. Der Zustieg erfolgt wie beim Gaisloch-Steig über die Schönbrunner-stiege ins Große Höllental. An der Abzweigung zum Hoyos- und Teufelsbad-stubensteig vorbei, bevor man schließlich links – der blauen Markierung folgend – zum Einstieg gelangt. Ohne größere Schwierigkeiten geht es vom Einstieg zuerst über fünf ausgesetzte Eisenleitern, später oft Gehgelände mit einzelnen versicherten Stellen bis zur Höllentalaussicht (1.620 m).

Hans von Haidsteig (C/D)

Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Steig ist einer der Rax-Klassiker. Dieser kühne und landschaftlich sehr beeindruckende Steig führt durch die Preinerwand auf den Preinerwandgipfel (1.783 m). Der Steig wartet mit einer beachtlichen Länge, einem Schwierigkeitsgrad von B/C und einigen exponierten D-Stellen auf, entlohnt aber dafür mit grandiosen Aus- und Tiefblicken. Der Zustieg erfolgt von der Griesleiten am Ortsende von Prein, von dort geht es entlang einer Forststraße aufwärts, später der grünen Markierung folgend bis zum Bachinger Bründl. Weiter auf dem Holzknechtsteig am alten Haidsteig vorbei bis zum neuen Haidsteig, dessen Einstieg mit einem Pfeil markiert ist. Der Haidsteig sollte nur von geübten Klettersteiggehern und unbedingt mit entsprechender Ausrüstung begangen werden.