Die Seitentäler des Krakautals – Prebertal, Rantental und Etrachtal – locken mit zahlreichen Gipfel und Törln, die durch ihre herrliche Aussicht bestechen sowie mit der Reinheit zahlreicher kristallklarer Bergseen. Neben gemütlichen Wanderungen gibt es eine Fülle an Gipfeltouren und anspruchsvollen Bergtouren. Die langen Talwege können mit dem Tälerbus verkürzt werden, als Stützpunkte zur Einkehr oder Übernachtung dienen die Grazer Hütte und die Rudolf-Schober-Hütte.

Prebertörl (2.194 m)- Rantentörl (2.166 m)
2 Törl-Wanderung am Fuße des Preber

Die Bergtour beginnt bei der Klausnerberg-Säge in Krakauebene. Durch das schöne Prebertal neben blühenden Almwiesen gelangt man zur Möslhütte mit hausgemachten Bauernprodukten. Vorbei an Wasserfällen wandert man über das Möslfeld zum Prebertörl, das einen herrlichen Ausblick ins Putzental eröffnet. Der anschließende alpine Übergang zum Rantentörl bietet einen faszinierenden Blick auf die Neualm und ins Rantental. Vorbei an Gämsen und Murmeltieren geht’s hinunter zum glasklar glitzernden Rantensee und weiter durch das Tal zur Ebenhandlhütte. Nach einer Labung geht es durch das Rantental zurück nach Krakauebene (884 HM, 8 Stunden). Sowohl die Möslhütte im Prebertal als auch die Ebenhandlhütte im Rantental sind bewirtschaftete Almen, die von Juli bis September geöffnet haben. Für die Talwege kann der Tälerbus genutzt werden.

Predigtstuhl (2.543 m)

Der Predigtstuhl ist einer der aussichtsreichsten Gipfel im Tauernhauptkamm. Der Aufstieg erfolgt über das Rantental zum Rantensee und von hier weiter zum Wiegenkarsee. Über eine kurze versicherte Kletterpassage erreicht man den Felsgipfel des Predigtstuhls. Vom Tal aus benötigt man für diese Tour etwa 5 Stunden. Mit dem Tälerbus (Bus Nr. 6978) kann der lange Talweg verkürzt werden. Auch eine große Rundwanderung mit dem Abstieg über das Hubenbauertörl auf dem markierten Weg 789 hinunter zum Etrachsee (Zentralalpenweg 02) bietet sich an, da vom Etrachsee ebenfalls ein Tälerbus zurück in die Krakau fährt.

Rantental – Hinterkarscharte – Etrachsee (2. Leitweg)

Mit dem Tälerbus gelangt man von Krakauebene – Krakaudorf bzw. Krakauschatten – Prebersee kommend zur Klausnerberg Säge. Vom Parkplatz folgt man der Forststraße, dem Wanderweg 792 durch das Rantental. An einer Gabelung hält man sich rechts zum Rantensee (1.878 m). Kurz vor dem See zweigt man rechts an einem Felsen mit Marterl und Wegweiser Richtung Predigtstuhl ab. Für geübte Bergsteiger ist ein Abstecher zum Predigtstuhl (2.543 m) möglich. Der Steig führt stetig bergan mit herrlichem Blick auf den Rantensee und das Rantental. Bei der nächsten Weggabelung hält man sich rechts dem Weg Nr. 702 folgend zur Hinterkarscharte (2.274 m). Nun folgt der interessanteste Teil der Wanderung: man folgt dem Steig – zum Teil am Grat entlang (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich) – über Rasen und Schuttfelder und immer mit herrlicher Aussicht auf den Predigtstuhl und ins Kleinsölktal, bis man schließlich das Hubenbauertörl auf 2.051 m erreicht. Dem Weg 702 folgend, an einem gemauerten Denkmal vorbei, über Weiden und kleine Bäche erreicht man die Schöttelhütte. Ab hier folgt man dem Weg 789 talauswärts bis zur Weggabelung Hubenbauertörl – Hinterkarscharte bzw. Rudolf-Schober-Hütte – Schimpelscharte. Ein Abstecher zur Rudolf-Schober-Hütte und gemütliche Einkehr nach dieser doch recht langen Wanderung bietet sich an, zumal der Weg talauswärts zum Etrachsee nicht mehr allzu weit ist und man mit dem Tälerbus gemütlich zurück in die Unterkunft fahren kann (900 HM, 6 Stunden).

Krakaudorf – Trübeck – Künsten (3. Leitweg)

Vom Bauernhof vlg. Schaflechner etwas oberhalb von Krakaudorf führt eine rot-weiß-rote Markierung zu den Dorfer Hütten. Auf dem Weg 796 erreicht man nach ca. 2,5 Stunden das Trübeck (2.367 m), das nicht nur im Winter eine sehr schöne Skitour darstellt, sondern auch im Sommer durch ein eindrucksvolles Regionspanorama besticht.

Abwärts bietet sich der Weg 796 A über den so genannten Krautgarten und zum Günster Wasserfall (mit 65 m Fallhöhe der höchste Wasserfall der Steiermark) an (1.200 HM, 5-6 Stunden).

Preber (2.740 m)

Der Prebergipfel ist ein lohnendes und sehr beliebtes Tourenziel. Er kann über mehrere Anstiege erreicht werden. Zum einen gelangt man vom Prebersee über die Preberalm und die Roßscharte in ca. 3 Stunden auf den Gipfel (1.200 HM). Besonders schön ist aber auch der Anstieg von der Grazer Hütte über das Trogleiteck und das Bockleiteneck (2.460 m). Über den Rücken führt die Tour von der Hütte in 2 Stunden (850 HM) auf den Gipfel. Von dort über den Grat zum Mühlbachtörl (2.478 m). Der Abstieg erfolgt in den Preberkessel, bevor man über die Preberalm und den Speikboden zurück zur Grazer Hütte gelangt. Für die gesamte Tour muss man mit gut 8 Stunden rechnen.

Tockneralm (2.357 m)

Vom Ortsteil Klausen in Krakauhintermühlen geht es zuerst ein kurzes Stück auf der Gemeindestraße leicht ansteigend nach Nordwesten, bevor man über einen Wanderweg in nördlicher Richtung zur Tocknerhütte (1.803 m) hinauf wandert. Ab hier beginnt der unmarkierte Aufstieg zur Tockneralm. Von einem Marterl westlich der Tocknerhütte kurz durch Almrausch und Wacholderbüsche aufwärts. Nun zwischen zwei Lärchenwäldchen auf einem gut sichtbaren Steig weiter in Richtung Graben, bis man zu einer Tränkstelle des Weideviehs kommt. Hier wird der Bach gequert und auf den süd-west verlaufenden Bergrücken zugesteuert. Über diesen weiter aufwärts und dem Kamm folgend zum Gipfel der Tockneralm (1.000 HM, 3 Stunden).

Alternative: Geübten Berggehern kann die lohnende Kammwanderung weiter zum Himmelfeldeck (2.443 m) und zum Lahneck empfohlen werden. Von der Tockneralm führt auch ein müheloser Abstieg südöstlich über das Hochfeld und Hexenloch zur Fixlhütte und nach Krakauebene.

Bauleiteck (2.424 m)

Das Bauleiteck ist ein beliebter Aussichtsberg und von der Rudolf-Schober-Hütte in 2,5 Stunden erreichbar (800 HM). Von der Hütte wandert man auf dem gut markiertem AV- Weg 794 zuerst Richtung Wildenkarseen, zweigt dann in nördlicher Richtung ab und gelangt über den Grat unschwer auf den Gipfel.

Schimpelscharte (2.213 m) – Süßleiteck (2.507 m)

Ein weiterer beliebter Berg mit hervorragender Aussicht im Bereich der Rudolf-Schober-Hütte ist das Süßleiteck. Auf dem Zentralalpenweg 02 wandert man von der Schutzhütte hinauf zur Schimpelscharte. Dort steigt man etwa 100 HM ab, bevor der markierte Weg nach Osten zum Süßleiteck führt. Von der Hütte ist der Gipfel in ca. 3 Stunden (840 HM) zu erreichen. Der Anstieg ist unschwierig, Trittsicherheit ist aber erforderlich. Einige Passagen sind mit Drahtseilen gesichert.

Feldkögerl (2.203 m)

Von Krakaudorf geht es zuerst hinauf zu den Dorfer Hütten (1.489 m). Diese erreicht man entweder vom Gehöft Schaflechner (1.267 m) in nordwestlicher Richtung zunächst über einen Fahrweg zu einer Lichtung und weiter über einen Steig durch den Wald zu den Dorfer Hütten, oder von Scharnigl nach Norden auf dem Fahrweg bis zum Waldrand und weiter auf einem markierten Steig. Von den Dorfer Hütten geht es auf dem markierten Wanderweg in den Graben des Kaserbachls und weiter in nordwestlicher Richtung über einen Forstweg aufwärts. Kurz nachdem man den Mühlbach gequert hat, zweigt ein markierter Steig ab, über den man zur so genannten „Hühnertratte” gelangt, jenem Südrücken, der auf den Gipfel des Feldkögerls leitet (1.000 HM, 3 Stunden).

Trübeck (2.367 m)– Feldeck (2.480 m)– Brennerfeldeck (2.507 m)

Schöne Höhenwanderung von Krakaudorf über den Grat, der das Etrachtal vom Günstertal trennt. Von den Dorfer Hütten (Anstieg siehe Feldkögerl in nordöstlicher Richtung über die Almwiesen der Dorfer Alm hinauf auf den Südost-Kamm (AV-Weg Nr. 796). Diesem folgend, über einige unschwierige Felsstufen auf den Gipfel des Trübecks (2.367 m). Weiter dem Kamm entlang nach Norden zum Feldeck (2.480 m) und zum Brennerfeldeck (2.507 m). Hier schließt sich der Gipfelreigen und man steigt hinunter ins Etrachtal (1.300 HM, 5-6 Stunden, Weg 796a).

Je nach Kondition kann die Tour noch verlängert werden: vom Brennerfeldeck gelangt man über den Kamm weiter zum Rupprechtseck (2.591 m) und steigt schließlich zur Rudolf-Schober Hütte ab.

Rupprechtseck (2.591 m)

Vom Schaflechner-Bauern in Krakaudorf geht es auf dem markierten AV-Weg 796 hinauf zu den Dorfer Hütten und über die Dorfer Alm auf den Kamm, auf dem man weiter zum Trübeck (2.367 m) und zum Feldeck (2.480 m) gelangt. Der Weg führt dann unterhalb der Gipfel des Brennerfeldecks und des Arfeldes vorbei. Über den Grat geht es schließlich steil bergauf zum Rupprechtseck (2.501 m). Der Abstieg erfolgt hinunter in das Spreitzerkar und weiter ins Etrachtal. Vom Etrachsee kann man mit dem Tälerbus zurück zum Ausgangspunkt fahren. Insgesamt eine anspruchsvolle, aber schöne und ruhige Bergtour entlang des Höhenrückens oberhalb des Etrachtales (1.300 HM, 6 Stunden).