Kulturdenkmäler in Kartitsch, Ober- und Untertilliach

Im Tiroler Gailtal befinden sich eine vielzahl denkmalgeschützter Gebäude und Kulturdenkmäler – besonders aus dem sakralen Bereich. Die Pfarrkirche St. Leonhard wurde schon 1479 im gotischen Stil vollendet, die Kirche zu ‘Unserer lieben Frau’ in Hollbruck entstand zwischen 1680 und 1685 im einheitlichen Frühbarocken Stil als Pfarr- und Wallfahrtskirche. Bei der Filialkirche St. Oswald handelt es sich um eine ungegliederte, gotische Filialkirche mit polygonalem Chor und angebautem Turm mit hohem Spitzhelm. Im Inneren besitzt das einschiffige Langhaus Seccomalereien aus dem 17. Jahrhundert, Sterngewölbe und eine qualitätsvolle, barocke Inneneinrichtung. In Obertilliach ist besonders die Pfarrkirche zum Hl. Ulrich für einen Besuch sehr empfehlenswert.

Der Karnische Höhenweg

Direkt am Karnischen Kamm führt der Karnische Höhenweg oder “Friedensweg“ von Sillian bis nach Arnoldstein, als Teil des Österreichischen Weitwanderweges 03 sowie des Europäischen Weitwanderweges 10 und der Via Alpina. Landschaftlich beeindruckend aber durchaus anspruchsvoll ist diese Höhenwanderung, bei der man immer wieder die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien überquert. Kriegsrelikte und der höchste Kriegerfriedhof in den Ostalpen zeugen davon, wie bitter diese Grenze während des ersten Weltkrieges umkämpft war. Das Auffinden von Blindgängern und Munition ist in diesem ehemaligen Kriegsfrontgebiet keine Seltenheit. Diese Relikte sollten auf keinen Fall berührt werden, am besten meldet man den Fund sofort bei der Polizei. Vorsicht ist auch beim Erkunden historischer Anlagen und unmarkierter Frontwege angebracht: die Steige enden oft plötzlich in unwegsamen Gelände.

Mit beeindruckenden Ausblicken auf die Sextener Dolomiten, die Julischen Alpen und die Dreitausender der Ostalpen im Norden bewältigt man in 10 bis 14 Etappen die 150 km lange Wegstrecke. Es bietet sich natürlich auch die Möglichkeit vom Tal aus zu einer der vielen Schutzhütten aufzusteigen und einen Teilabschnitt des Höhenweges zu erkunden.

Gailtaler Höhenweg

Das sanfte Gegenstück zum Friedensweg bietet der Gailtaler Höhenweg, der in etwa 90 km von St. Oswald bei Kartitsch in Osttirol bis zur Windischen Höhe in Kärnten führt. Erst im Jahr 2000 wurde auf Initiative des Toursimusverbandes die Idee geboren, die teils verfallenen Wege entlang der Gailtaler Alpen zu revitalisieren. Gemeinsam mit dem OeAV, den Gemeinden und den Tourismusverbänden wurde in zwei Jahren harter Arbeit der westliche Teil von Kartitsch bis zum Gailbergsattel instandgesetzt und neu markiert. In wenig schwierigen Etappen führt dieser Weg südlich der Lienzer Dolomiten durch die westlichen Gailtaler Alpen. Die einzelnen Wegstrecken sind als Themenwege ausgewiesen. So erhält man einen Einblick in die Arbeit der Bergbauern, über Flora und Fauna sowie die Geologie. Im Herbst 2004 wurde auf Kärnter Seite die Fortsetzung des Weitwanderweges 229 aufgenommen, und die Strecke schließlich durch die Reißkofelgruppe bis zur Windischen Höhe verlängert.

Ganz anders als beim Karnischen Höhenweg, führt der Gailtaler Höhenweg keinsfalls ständig am Grat entlang, sondern auch in Taleinschnitte hinab um sogleich auf der anderen Talseite wieder mehrere hundert Höhenmeter hinauf zu leiten. Dadurch bietet sich aber auch eine Vielfalt an Landschaften, die geprägt sind durch das Wechselspiel zwischen einsamen Berggipfeln und der bergbäuerlichen Kulturlandschaft. Auch der Gailtaler Höhenweg kann in verschiedenen Etappen erwandert werden. Die privat geführten Hütten Connyalm und die E.T.-Compton Hütte der OeAV-Sektion Austria bieten sich als Übernachtungsmöglichkeiten an, ansonsten muss man in den Talorten Quartier nehmen.

Via Alpina

Die Via Alpina ist ein internationaler Weitwanderweg von Triest nach Monaco. Auf insgesamt fünf Routen, 341 Tagesetappen und über 5.000 km Weglänge durchquert er die acht Alpenstaaten Italien, Slowenien, Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Frankreich und Monaco. Dabei stellt dieser Weg eine absolute Besonderheit dar, weil er die unterschiedlichen Kulturen und auch die Verbundenheit der acht Länder in symbolischer und ausdrucksstarker Art und Weise zusammenfügt.

Der Rote Weg der Via Alpina folgt dem Verlauf des Karnischen Höhenweges vom Plöckenpass bis zur Sillianerhütte. Danach geht es weiter über die Dolomiten bis nach Bozen und am Pfitscherjoch wieder nach Österreich direkt in das Bergsteigerdorf Ginzling.

www.via-alpina.org