Seit vielen Jahrhunderten wurde das Hoch- und Niederjoch von Schnalser Bauern im Sommer begangen, da diese im Nieder- und Rofental Weiderechte und Grundbesitz besaßen. So bestand bereits 1681 ein Saumweg über das Hochjoch, der aber durch das Vordringen des Vernagtferners zerstört wurde.

Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgten die ersten dokumentierten Bergbesteigungen durch Botaniker. Auch durch militärische Vermessung wurden Gipfel erstbestiegen, wie zum Beispiel die Hochwilde 1852.

Alpintouristische Erschließung

Die alpintouristische Erschließung der Ötztaler Alpen begann praktisch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Erstbesteigungen der hohen Gipfel der Ötztaler erfolgten ebenfalls sehr früh. 1834 wurde der Similaun und 1861 der Hauptgipfel der Wildspitze bestiegen. Den bekannten Bergsteigern Heß und Purtscheller gelangen weitere selbständige Erstbesteigungen.

Franz Senn - Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins

1847 kamen die Gebrüder Schlagintweit in die Ötztaler Alpen, doch die Alpingeschichte von Vent und dem gesamten Ötztal wurde geprägt von Franz Senn, der als Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins den Alpinismus förderte wie kein anderer. Er ließ Steige und Wege anlegen und Schutzhütten errichten. Er wollte aber nicht nur die Menschen für das Bergsteigen begeistern, sondern auch durch Einkünfte aus dem Fremdenverkehr die wirtschaftliche Lage und die Lebensverhältnisse der Bevölkerung verbessern. Er kümmerte sich um die Infrastruktur und um die Ausbildung und Vermittlung guter Bergführer.

1862 ließ er die erste Hütte im Venter Gebiet errichten: die Brizzi Hütte auf 2.929 m. Heute sind nur noch Mauerreste der verfallenen Hütte zu sehen. 1869 regte Senn zum Bau des Hochjoch- Hospizes an. Die Erschließung durch Wege und Hütten wurde vorangetrieben, 1882 wurde die Breslauer Hütte errichtet und in den Jahren darauf folgten weitere Schutzhütten.

Ski-Boom im Ötztal

Mit der Gründung der ersten Skiclubs und Skischulen setzte der Wintersport-Boom ein, der in Vent aber nie solche Ausmaße erreichte, wie zum Beispiel im Sölden. Die Venter Bevölkerung erkannte früh den Wert ihrer atemberaubenden und nahezu unberührten Bergwelt und setzte sich aktiv für deren Erhalt ein.