Neben einigen leichten Hochwinterskitouren ist das Bergsteigerdorf Gürnau im Almtal vor allem Ausgangspunkt für anspruchsvolle und lange Frühjahrsskitouren. Ein besonders beliebtes Tourenziel ist der Große Priel, diese herrliche Frühjahrsskitour erfordert aber mit 1.800 Höhenmetern eine gute Kondition und sichere Verhältnisse.

Skitour Kasberg (1.748 m)

Der nördlich vorgelagerte Kasberg ist zum größten Teil mit Aufstiegshilfen erschlossen. Für Tourenanfänger ist eventuell der kurze Anstieg zum Kasberg von der Sepp-Huber-Hütte aus interessant (244 HM, 1 Stunde). Lohnender sind die Anstiege auf den Kasberg von der Südostseite (Steyrer Hütte). Dazu muss man ins benachbarte Steyerlingtal wechseln.

Skitour Steineck (1.418 m)

Der Hausberg von Scharnstein ist eine häufig begangene und eher kurze Hochwintertour. Sie ist daher auch für Einsteiger gut geeignet. Aber auch Winterwanderer ohne Ski trifft man auf dem Gipfel des Steinecks, der eine grandiose Aussicht auf den Ostgrat des nahen Traunsteins bietet.
Von Scharnstein auf der Bundesstraße Richtung Gmunden. Nach etwa 3,5 km führt die Straße kurvenreich durch ein Waldstück bergauf. Hier zweigt an einer Bushaltestelle ein Güterweg ab, dem man bis zu dessen Ende folgt (801 m). Bitte rücksichtsvoll parken! Es bietet sich auch die Möglichkeit der Anreise von Grünau mit dem ÖBB Postbus Nr. 2554.

Der Aufstieg erfolgt zu Beginn über die Forststraße, zuerst flach, dann leicht ansteigend zu den Jagdhäusern der Schrattenau (981 m). Zwischen den Jagdhäusern hindurch und noch etwa 15 Minuten auf dem Weg in mäßiger Steigung geradeaus, bevor man nach rechts abbiegt und über den schönen ostseitigen Gipfelhang aufsteigt (620 HM, 1,5 Stunden). Abfahrt entlang der Aufstiegsspur.

Skitour Weißhorn (1.754 m)

Das Weißhorn ist der westlichste Gipfel des Almseekammes und gilt auch als eines der einfacheren Skitourenziele auf der Nordabdachung des Toten Gebirges. Mit seiner relativ lawinensicheren Nordseite zum Hochpfadsattel ist dieser Gipfel trotz des langen Zustieges und der etwas langwierigen Abfahrt über die Forststraße bis zum Almsee auf jeden Fall lohnend.

Skitour Jakobinermütze (1.992 m)

Sehr einsame Frühjahrsskitour, für die Trittsicherheit unbedingt erforderlich ist.
Vom Almtalerhaus auf dem markierten Wanderweg in die Hetzau. Nach etwa 3 Kilometern erreicht man eine Brücke, an der man den markierten Weg zur Welserhütte verlässt und in südwestlicher Richtung auf der Forststraße in den hintersten Winkel des Tales („In der Wildnis“) gelangt. Nun zu Fuß über den Jagdsteig steil hinauf in das Büchsenkar (Trittsicherheit unbedingt erforderlich!). Hier wieder mit den Skiern zuerst flach, dann immer steiler in den Sattel nördlich der Jakobinermütze. 50 Höhenmeter vor dem Gipfel Skidepot und bei guten Verhältnissen zu Fuß weiter auf den Gipfel der Jakobinermütze (1.300 HM, 3,5 Stunden).

Diese Tour sollte erst spät im Frühjahr durchgeführt werden (Mai), wenn die Zufahrtsstraße zum Almtalerhaus offen, der Jagdsteig bereits schneefrei ist und im Kar selbst noch meterhoch Schnee liegt.

Skitour Schermberg (2.396 m)

Eine sehr steile und anspruchsvolle Angelegenheit ist die Abfahrt vom Schermberg nach Norden über die „Grundmauern“ in die Hetzau und weiter zum Almtalerhaus. Bei guten Verhältnissen und entsprechendem skifahrerischen Können ist diese prächtige Abfahrt sehr lohnend.

Vom Almtalerhaus (Zufahrt erst ab Anfang Mai) geht es über eine Forststraße durch die Hintere Hetzau. Dort von der Talstation der Materialseilbahn leicht ansteigend hinauf zu den Grundmauern. Mit Drahtseilen gesichert überwindet man zu Fuß den Felsriegel, bevor es durch schütteren Wald nordöstlich hinauf zur Welser Hütte (1.726 m) geht. Weiter aufwärts durch das Fleischbankkar über eine Steilstufe bis zum Fuß des Sauzahns. Nun in das Kar zwischen Almtalerköpfl und Sauzahn und über einen Sattel auf den Gipfel (1.700 HM, 5-6 Stunden).

Die Abfahrt erfolgt wie der Aufstieg. Die Steilstufe, das „Hans-Bauer-Band“ ist oft ausgeapert. Dennoch sind die 1.300 HM Abfahrt vom Gipfel bis zu den Grundmauern für gute Skifahrer besonders im Frühjahr ein Genuss.

Skitour Großer Priel (2.515 m)

Der höchste Gipfel des Toten Gebirges ist auch im Winter ein beliebtes Tourenziel, allerdings mit einem langen und anstrengenden Aufstieg, der nur bei sicheren Verhältnissen zu empfehlen ist.

Ideal ist diese Tour wie auch der Schermberg im Frühjahr. Der Aufstieg erfolgt wiederum vom Almtalerhaus über die Grundmauern zur Welser Hütte und von dort weiter durch das Fleischbankkar zum Fuße des Sauzahns. Hier trennen sich die beiden Aufstiege und die Route zum Großen Priel führt in nordöstlicher Richtung über den Grat auf den Gipfel (1.800 HM, 6-7 Stunden).

Achtung: Auf den letzten 200 Metern zum Gipfel befinden sich oft große Wächten! Abfahrt wie Aufstieg.